2. Begriffsbestimmung (gekürzt)

 

Therapiehund, Therapiebegleithund, Behindertenbegleithund, Assistenz-Hund, Servicehund, Service-Dog, LPF-Hund (Lebenspraktische Fertigkeiten), Signalhund, Blindenführhund, Epilepsie-Hund, Dual-Purpose-Hund (Hund für mehrfach behinderte Menschen), ... Die Anzahl der Begriffe könnte kaum größer sein. Eins tun sie alle, sie verhelfen Menschen zu mehr Lebensqualität.

Ich lebe in Deutschland und neige deshalb dazu, deutsche Begriffe zu verwenden. Der Berufsverband für Therapie- und Behinderten- begleithunde hat sich auf die Verwendung der beiden genannten Begriffe als Grundbegriffe geeinigt. Warum nicht Therapiebegleithund? Diese Bezeichnung soll deutlich zum Ausdruck bringen, dass der Hund kein Therapeut ist. Der geschulte Mensch ist der Therapeut. Er setzt den Hund in der therapeutischen Behandlung gezielt ein. Ich weiß, dass ich mir einigen Zorn auflade, trotzdem behaupte ich, dass wir den Fähigkeiten gut ausgebildeter Hunde nicht gerecht werden. Sicherlich muss ich den Hund zu den Patienten bringen und beiden Raum und Gelegenheit geben miteinander in Kontakt zu treten. Sind diese Voraussetzungen gegeben stelle ich bei meinen Hunden immer wieder beeindruckt fest, sie sind die eigentlichen Akteure. Was meine Hunde Besuchten an Lebensfreude vermitteln, sie zum reden, sich bewegen, Umwelt wahrnehmen etc. animieren wäre mir nicht möglich.

Aufgedrehte Schulkinder 45 Minuten still! den Unterricht lauschen lassen, verhaltensauffällige Kinder zu praktizierter Rücksichtnahme veranlassen vermag mein Hund. Die Palette der Reaktionen, die ich regelmäßig in Einrichtungen erlebe ist lang. Hier gestehe ich meinen Hunden neidlos Fähigkeiten zu, die ich wohl in der Form nicht erreichen kann.

Therapeutische Behandlung ist i.d.R. mehr als die Arbeit ist dem Hund. Ich möchte nicht so verstanden werden, dass wir in Zukunft Hunden alle Therapie überlassen sollten. Ganz und gar nicht. Die Anerkennung der besonderen Fähigkeiten guter Therapiehunde kann m.E. zur noch gezielteren Nutzung zu Gunsten des Patienten führen. Und die Hunde geben gern. Hinzu kommt, dass der Doppelbegriff Therapiebegleithund Verwirrend ist. Therapiehund und Behindertenbegleithund sind für mich die Grundbegriffe eines großen Themas in dem sich auch der Laie zurechtfinden soll. Der Therapiehund ist ein Therapeut - ich kann das gut so stehen lassen. Der Behinderten- begleithund begleitet den Behinderten, das ist verständlich. Nicht wenige, die mit Therapie- oder Behindertenbegleithunden arbeiten versuchen, das Wort "Behindert-" zu vermeiden. Leider ist der Begriff in Deutschland sehr negativ besetz. Ich verstehe deshalb dieses Anliegen. Jedoch ist es die in Deutschland gebräuchliche Bezeichnung für Personen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen. Es gibt Behindertenverbände, Behindertenbeauftragte, Behindertenausweise, Behindertenparkplätze ... Warum dann keinen Behindertenbegleithund?

Die amerikanische Bezeichnungen Assistenz-Hund, Servicehund, Service-Dog, Dual-Purpose-Hund des begleitenden Hundes haben keinen positiven Einfluss auf die Stellung der betroffenen Personen in unserer Gesellschaft. Darum geht es m.E. jedoch bei der Begriffswahl. Bezeichnungen wie Signalhund, Blinden- führhund, Epilepsie-Hund drücken eine spezielle Qualifizierung des Behindertenbegleithundes aus.

Der Blindenführhund ist der Bekannteste Behinderten- begleithund. Er hilft im wesentlichen dem Blinden im öffentlichen Verkehr.

Der Signalhund bekommt zu- nehmende Bedeutung. Die Zahl schwerst Hör- geschädigter nimmt stark zu. Der Signalhund zeigt dabei durch bestimmte Gesten Geräusche wie Klingeln an der Tür, Telefonläuten aber auch Sirenenalarm etc. an.

Der Behindertenbegleithund an sich ist ein speziell für eine Person ausgebildeter Hund. Er übernimmt Aufgaben, die den jeweiligen Einschränkungen angepasst sind. Unermüdlich sind die vierbeinigen Helfer beim Aufheben und Heranbringen von Gegenständen aller Art.

Epilepsie-Hunde sind erst in jüngerer Zeit ins Blickfeld gerückt. Schon länger ist bekannt, dass Hunde Anfälle frühzeitig erkennen. Nun wurde begonnen Hunde gezielt darauf zu trainieren ihre Besitzer rechtzeitig zu warnen, damit diese sich in Sicherheit bringen können bzw. der Hund beim Anfall Hilfe holt. Die Fähigkeit der Hunde, feinste geruchliche Unterschiede festzustellen wird im Bereich der Medizin immer stärker versucht auszunutzen. Es gibt Hunde die erkennen Krebs, Unterzuckerung uvm.