4. Der ideale Therapiehund


Immer wieder wird die Frage nach dem idealen Therapie- oder Behindertenbegleithund gestellt. Aus theoretisch psychologischer Sicht sollte er mittelgroß und in ein helles Schmusefell gehüllt sein. Meine bis her gesammelten Erfahrungen sagen, den idealen Therapie- oder Behindertenbegleithund gibt es nicht. Das äußere Erscheinungsbild ist nicht das wichtigste, sondern sein Charaktereigenschaften. Ein sicheres, ruhiges Wesen, geringe Aggressionsbereitschaft, Führigkeit, Freundlichkeit, soziales Verhalten, Interesse am Menschen, wenig Misstrauen gegenüber Fremden, wenig territoriales Verhalten, hohe Sensibilität gegenüber Stimmungen (Empathie) und zugleich hohe Resistenz gegenüber Umweltstress zeichnen einen guten Therapie- oder Behindertenbegleithund aus. Zugleich sollten sie gelernt haben mit Artgenossen und Menschen zu kommunizieren. Nicht zu vernachlässigen ist die Gesundheit. Die Arbeit als Therapie- oder Behindertenbegleithund ist sehr anstrengend. Schmerzen können auch beim geduldigsten Hund aggressive Reaktionen auslösen. Die wesentlichen Charaktereigenschaften eines Hundes werden schon in sehr frühen Entwicklungsetappen geprägt. Bis zur 16 Lebenswoche werden die wesentlichsten Grundlagen für das gesamte Leben gelegt. Deshalb ist bei der Auswahl eines Welpen oder Junghundes für die Ausbildung von Vorteil einen Züchter zu finden, der mit dem nötigen Wissen ausgestattet, die Welpen schon frühzeitig auf ihre zukünftige Aufgabe vorbereitet. Die verschiedensten Hunderassen sind erfolgreich im Einsatz. Die Beziehung zu einem Tier wird auch durch sein Äußeres bestimmt. So sollt sich jeder einer Rasse zuwenden, die ihn besonders anspricht, mit deren Fellstruktur er zurecht kommt und deren Temperament dem seinen entspricht. Wobei alle Eigenschaften auch innerhalb eines Wurfes stark variieren können. Der Rat eines Züchters kann hier helfen.

Ich liebe nicht nur das wuselige Fell meiner Bearded Collies, sondern besonders ihr bezauberndes Wesen. Eva-Maria Krämer schreibt in ihrem Buch "Bearded Collie": "Der Bearded Collie ist ein lustiger Familienhund mit sprühendem Temperament....Dieser liebenswerte Zottelhund ist ein ganz besonderer Menschenfreund...." Ich erlebe sie nun schon seit 8 Jahren als intelligente, lernfreudige, leicht zu führende Hunde, die beschäftigt werden wollen, sich jedoch nicht aufdrängen und sich jeder Situation schnell anzupassen vermögen. Leider "verkommt" der Beardie in der Zucht immer mehr zum "Puppenhund". Ein guter Bearded Collie hat ein pflegeleichtes Fell, dass einmal in der Woche gründlich durchgebürstet ein tadelloser Mantel ist. Die Langen Haare sind wenig in der Wohnung zu finden, weil abgestorbene Haare ausgebürstet werden müssen. Bei nassem Wetter bringt der Beardie schon mal Schmutz mit in die Wohnung. Darauf muss man sich einrichten. Ihre liebenswerte Art entschädigt vielfach dafür.

Es gibt inzwischen eine Reihe von Beardies, die erfolgreich als Therapiehunde arbeiten. Selbst als Therapeuten für Verhaltensgestörte Hunde ist ein Rudel Bearded Collies im Einsatz. Jeder sollte seinen Hund finden, ich bin in die Beardies Vernarrt.

Wenn Sie noch mehr über dieses Thema und meine Arbeit erfahren wollen oder Fragen dazu haben, schicken Sie mir doch eine E-Mail an karin@mit-hunden-therapieren.de